DIN ISO 9241, DIN EN 29241-2, ISO IEC 9126, DIN 66272, DIN EN ISO 13407, 14915, DIN EN ISO 14915, DIN ISO IEC 12119 (2022)

DIN ISO 9241, DIN EN 29241-2, ISO IEC 9126, DIN 66272, DIN EN ISO 13407, 14915, DIN EN ISO 14915, DIN ISO IEC 12119 (1)

Normen kann man verstehen und auch für konkrete Details im Internet anwenden, obwohl sie oft kompliziert geschrieben und abstrakt gehalten sind.

Sie finden hier alle wichtigen Normen zur Ergonomie im Internet und ein kurze Erklärung der wichtigsten Elemente darin.

Abkürzungen

Beginnen wir mit den verschiedenen Instituten:

  • DIN - Deutsches Institut für Normung
  • EN - Europäische Norm: Standards, die von einem der drei europäischen Komitees für Standardisierung (CEN, CENELEC oder ETSI) ratifiziert worden sind
  • ISO - International Organization for Standardization. Die Abkürzung ISO stammt von isos, griechisch: gleich.
  • IEC - International Electrotechnical Commission

I.d.R. stehen die drei Namen DIN EN ISO bei Normen hintereinander, da fast alle wichtigen Normen heute weltweite Standards darstellen, die auch in der EU und Deutschland übernommen wurden.

Kleinster gemeinsamer Nenner

Man darf von internationalen Normen - vor allem zum relativ neuen Thema Internet - nicht zu viel erwarten. Erstens beruhen sie auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, die in mühsamer Forschungs-Kleinarbeit erst erbracht werden müssen. Zweitens handelt es sich um Mehrheitsbeschlüsse auf internationaler Ebene, die dann erst langsam in nationale Normen umgesetzt werden. Wer sich auf dem internationalen Parkett auskennt, den verwundert es kaum, dass hier Interessen- und Wirtschaftspolitik oft eine wichtige Rolle spielen. Dies hat zur Folge, dass es oft Jahre dauert, bis man sich schließlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt.
Das Ergebnis sind oft - für Laien - sehr abstrakt und vor allem vage klingende Rahmenvorgaben, die als vorsichtige Soll-Empfehlungen oder mögliche Beispiele ausgesprochen werden. Fachleute können diese jedoch auf weiten Feldern flexible einsetzen.

Wer als Laie lieber handfeste Richtlinien mit Dogmencharakter sucht, sollte sich an die us-amerikanischen Gurus in Sachen Usability halten. Die liefern oft ohne wissenschaftliche Fundierung zu fast jedem Detail scharfe, geradezu gottgegebene Gesetze. Meistens deklarieren die Gurus dieses Pseudowissen auch ganz wörtlich als 10 Gebote. Auffällig ist jedoch, dass jene Gurus dann allerdings aufgrund wissenschaftlicher Widerlegung diese göttlichen Gebote auch ebenso schnell wieder fallen lassen oder sogar in das Gegenteil umkehren.

Ich versuche, Ihnen in diesem Artikel die für das Internet wichtigsten Punkte der Normen so zu erklären, dass Sie diese dann auch anwenden können.
P.S.: Kein vernünftiger Mensch lernt Normen auswendig. Sie sind zum Nachschlagen gedacht. Hier finden Sie die Zusammenfassung von ca. 1.000 Seiten Normen.

Software-Ergonomie

Diese in ihrer Grundform teilweise relativ alten Normen der Software-Ergonomie stammen aus einer Zeit, in der man vom WWW noch nichts wusste und die rasante Entwicklung des Internets nicht erahnte. Es verwundert deshalb kaum, dass der Schwerpunkt auf der reinen Software am beruflichen Arbeitsplatz liegt. Sie besitzt als Kernzielbereich Betriebssysteme und Anwender-Software wie Schreibprogramme, Tabellenkalkulationsprogramme und Datenbanken sowie Grafikprogramme.

Mit dem Aufkommen des WWW wurden die Normen zunehmend auf diesen Bereich des Internets ausgedehnt, obwohl der Begriff Software für reine Informationsseiten (evtl. mit Fotos) sehr weit ausgedehnt erscheint und deshalb im Detail auch oft nicht passt. Der zwar noch oft zu findende Fachausdruck Software wurde dann in den Normen zunehmend durch Dialogsystem ersetzt, wobei dies einer reinen Textseite im Internet ebenfalls kaum gerecht wird. Auch das Anfügen weiterer Teilnormen mit dem Schwerpunkt Multimedia (zumindest so, wie diese derzeit im Detail formuliert sind) trifft den Kern des WWW nicht. Aus diesem Grund habe ich eine neue Theorie entwickelt, die der Zwischenstellung des Internets (besonders des WWW) zwischen Software und Print-Dokument gerecht wird.

9241

Titel: Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten

Hierbei handelt es sich um ein ganzes Bündel an Normen. Derzeit sind es 17, die regelmäßig überarbeitet und ergänzt werden:

Die mit einem - Gedankenstrich abgetrennte Zahl dahinter gibt jeweils den Teil des Normenbündels an.

Die Zielgruppen dieses Normenbündels sind Detailplaner, Käufer und Systementwickler.

DIN EN ISO 9241-1

Titel: Teil 1: Allgemeine Einführung

"Eine gute ergonomische Gestaltung ... ist besonders wichtig ... wenn die Akzeptanz des Benutzers entscheidend ist."

"Was für eine bestimmte [Arbeits-] Umgebung geeignet ist, kann unter Umständen in einer anderen Benutzungssituation ungeeignet sein."

"Aus diesem Grund haben ergonomische Normen oft die Form von Empfehlungen oder Anforderungen, die von bestimmten definierten Bedingungen [Zielgruppen] abhängen."

Alle Zitate: ISO 9241-1, S.4, TB 354, S.42.

Dies bedeutet, dass man sehr viel Erfahrung zur Auslegung und Anwendung der Normen benötigt.

Zur Bewertung von Software-Ergonomie gehören:

  • Spezifizierung ergonomischer Anforderungen in Bezug auf die Ziele der Gebrauchstauglichkeit, ... , Benutzungssituation des Systems, einschließlich charakteristischer Merkmale von Benutzern, Arbeitsaufgaben und Umgebung.
    9241-1, S.8, TB 354, S.46.
  • Bewertung des Systems im Vergleich zu den ergonomischen Anforderungen.
  • Diagnosemaßnahmen zur Verbesserung des Systems.

Die in der Norm immer wieder relevante "Benutzungssituation" ist eine direkte Ableitung der Zielgruppe. Siehe hierzu 9241-11.

DIN EN 29241-2 / ISO 9241-2

Titel: Teil 2: Anforderungen an die Arbeitsaufgaben

EN ISO 9241-3 bis 7

Diese Normen, im Grunde auch vieles aus Teil 8 und 9, betreffen die Hardware-Ergonomie und die Rahmenbedingungen. Da weder die Hardware noch die sonstigen Rahmenbedingungen der Zielgruppe vom Ersteller einer Software oder eines Internet-Auftrittes beeinflusst werden können, werden sie i.d.R. auch nicht unter dem Stichwort Software-Ergonomie behandelt.

Die Teilnormen 3 bis 7 befassen sich mit:

  • 3: Anforderungen an visuelle Anzeigen
  • 4: Anforderungen an die Tastatur
  • 5: Anforderungen an Arbeitsplatzgestaltung und Körperhaltung
  • 6: Leitsätze für die Arbeitsumgebung
  • 7: Anforderungen an visuelle Anzeigen bezüglich Reflexionen

Hier wird sehr deutlich, dass den Ersteller der Ergonomienormen eine ganzheitliche Betrachtungsweise am Herzen liegt. Sie gehen dabei jedoch meist von einer (beruflichen) Arbeitsumgebung aus, die der Arbeitgeber in allen Details beeinflussen kann.
So kann eine Firma ihren Mitarbeitern bessere PCs, Tastaturen und Monitore sowie Stühle anschaffen und diese in korrekt beleuchteten (d.h. u.a. in nicht spiegelnden) Arbeitszimmern aufstellen und alle Mitarbeiter zur körpergerechten Sitzhaltung per Arbeitsanordnung erziehen. Ziel ist hierbei immer die höhere Arbeitsproduktivität der Mitarbeiter.

Für einen Betreiber eines Internet-Auftrittes bleibt so etwas natürlich Wunschtraum. Er muss mit den Realitäten seiner Zielgruppe vorlieb nehmen. Die Hardware-Ausstattung und sonstigen Rahmenbedingungen der vielen Internet-Nutzer sind extrem unterschiedlich und vom Betreiber eines Internet-Auftrittes nicht beeinflussbar. Das macht die genaue Zielgruppenanalyse für einen Erfolg im Internet so wichtig.

DIN EN ISO 9241-8

Titel: Teil 8: Anforderungen an Farbdarstellungen

Aufgrund des sehr hardware-orientierten Inhalts gehört diese Teilnorm zumindest teilweise zur Hardware-Ergonomie. Sie wird jedoch regelmäßig zur Software-Ergonomie gezählt.

Dennoch finden sich einige allgemeine Hinweise:

  • Chromostereopsis: Farben hoher Sättigung (z.B.: Blau und Rot) sollte man nicht direkt zusammen verwenden.
  • Extremes Blau nicht auf extrem rotem Untergrund einsetzen.
  • Rot auf blauem Untergrund vermeiden.
  • Blau und Rot auf schwarzem Untergrund vermeiden.
  • Die Verwendung von gesättigtem Blau sollte bei Flächen unter 2 Grad Größe vermieden werden.
  • Eng benachbarte Farbpaare (Rot-Orange, Blau-Violett, Grün-Zyan) sind als Kontrast kaum wahrnehmbar - insbesondere bei weißem Hintergrund.
  • Spektral extreme Farben können Tiefeneffekte hervorrufen und sollten deshalb nicht für Texte angewendet werden.
  • Zur besseren Unterscheidung:
    • einen farbigen Hintergrund hinter einem unbunten Vordergrund (wie z.B. hier: Pastell-Gelb hinter schwarzer Schrift)
    • einen unbunten Hintergrund hinter einem farbigen Vordergrund
  • Dunkelgrauer Hintergrund gewährleistet beste Sichtbarkeit bei Vordergrundfarben.
  • Möglichst nicht mehr als 11Farben im eigenen Standard-Farbensatz verwenden.
  • Zum schnellem Suchen anhand der Farbunterscheidung: nicht mehr als 6 Farben benutzen.
  • Auch bei Bedeutungszuweisung aus dem Gedächtnis: nicht mehr als 6 Farben einsetzen.
  • Die Zeichen I1/ sowie (< werden unter 30 Bogenminuten Größe nur schwer unterschieden.
    Aus meiner Sicht gehört zur ersten Gruppe neben dem großen i und der Zahl 1 sowie dem Schrägstrich auch noch das kleine L. Vor allem großes i und kleines L (Il) werden oft verwechselt. Also: I1/l.

DIN EN ISO 9241-9

Titel: Teil 9: Anforderungen an Eingabegeräte - außer Tastaturen.

DIN EN ISO 9241-10

Titel: Teil 10: Grundsätze der Dialoggestaltung

Diese Grundsätze sind Unabhängig von einer bestimmten Dialoggestaltung! Sie sind unabhängig von Arbeitssituation, Anwendungen, Umgebungen und Technik.

Die folgenden Benutzermerkmale müssen berücksichtigt werden:

  • Aufmerksamkeitsspanne
  • Grenzen des Kurzzeitgedächtnisses
  • Lerngewohnheiten
  • Grad an Erfahrung bezüglich der Arbeit und im Umgang mit dem Dialogsystem
  • Das mentale Modell des Benutzers von der zugrunde liegenden Struktur und dem Zweck des Dialogsystems, mit dem der Benutzer arbeitet

ISO 9241-10 beschreibt 7 anzustrebende Grundsätze:

  1. Aufgabenangemessenheit
    Ein Dialog gilt als aufgabenangemessen, wenn er den Benutzer dabei unterstützt, seine Aufgaben effektiv und effizient zu erledigen.
    Z.B.: Ein Flash-Video zeigt die zu erlernenden Tanzschritte und die Musik dazu erklärt den Rhythmus.
  2. Selbstbeschreibungs­fähigkeit
    Ein Dialog gilt als selbstbeschreibungsfähig, wenn jeder einzelne Dialogschritt dem Nutzer durch Rückmeldung des Dialogsystems unmittelbar verständlich ist, oder dem Benutzer auf Anfrage erklärt wird.
    Z.B.: Links mit Title, Bilder mit Alt-Tag und Title zeigen beim Darüberhinwegbewegen des Mauszeigers den Inhalt und liefern eine Erklärung.
  3. Steuerbarkeit
    Ein Dialog gilt als steuerbar, wenn der Benutzer jederzeit in der Lage ist, den Dialogablauf zu starten sowie seine Richtung und Geschwindigkeit zu beeinflussen, bis er sein Ziel erreicht hat.
    Z.B.: Die Ton-Ausgabe kann vom Benutzer ein-/ausgeschaltet werden.
    Hieraus folgt auch, dass es keine Wartezeiten gibt, oder evtl. Wartezeiten sehr gering sein müssen.
  4. Erwartungskonformität
    Ein Dialog gilt als erwartungskonform, wenn er konsistent ist und den Merkmalen des Benutzers entspricht. So soll der Dialog z.B. den Kenntnissen des Nutzers aus dem Arbeitsgebiet, seiner Ausbildung und seiner Erfahrung sowie den allgemein anerkannten Konventionen entsprechen.
    Z.B.: Die Steuerelemente (Navigation) befinden sich immer an der gleichen Stelle am Bildschirm und funktionieren auf die gleiche Weise.
  5. Fehlertoleranz
    Ein Dialog gilt als fehlertolerant, wenn das beabsichtigte Arbeitsergebnis trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben des Nutzers entweder mit keinem oder mit minimalem Korrekturaufwand durch den Benutzer erreicht werden kann.
    Z.B.: Fehler im Bestellformular werden vor dem endgültigen Bestellen getestet und bemängelt.
    Oder: Eine vom Benutzer durchgeführte Pause erlaubt das Weiterarbeiten an der Stelle der Unterbrechung. - Kein Einsatz z.B. einer Zeitschaltuhr!
  6. Individualisierbarkeit
    Ein Dialog gilt als individualisierbar, wenn der Benutzer im Dialogsystem Anpassungen an die Erfordernisse der Arbeitsaufgabe sowie an seine individuellen Fähigkeiten und Vorlieben durchführen kann.
    Dies gilt auch für Sehbehinderte: Sie sollten z.B. eine größere Schrift einstellen können. Dies ist bei vielen fest eingestellten Schriftgrößen nicht möglich.
    Z.B.: Benutzer können Lesezeichen leicht setzen. Das ist bei Frames oder Session-IDs oft erschwert.
    Z.B.: Der Benutzer kann wählen, ob er eine Erklärung lesen oder hören will.
  7. Lernförderlichkeit
    Ein Dialog gilt als lernförderlich, wenn er den Benutzer beim Erlernen des Dialogsystems anleitet und unterstützt.
    Z.B.: (gestalterisch und funktional) gleich bleibende Navigation

Diese Grundsätze stehen zueinander in Verbindung: einzelne können wichtiger sein als andere. Deshalb muss man Prioritäten setzen.

Zu berücksichtigen sind:

  • Ziele der Organisation
  • Benutzerbelange der anvisierten Zielgruppe
  • Aufgaben, welche unterstützt werden sollen
  • Verfügbare Techniken und Mittel

Bei der Bewertung der 7 Kriterien ist keine strenge, aber eine allgemeine Prüfung bei Dialogsystemen möglich, ob die Grundsätze angewandt wurden.

Meines Erachtens stellen diese 7Punkte zusammen mit den 7unter 9241-12 die Kernaussagen der Ergonomie im Internet dar. Mit ihnen und gründlichem Nachdenken über das konkrete Projekt / Problem kann man im Grunde jede ergonomische Frage korrekt beantworten.

DIN EN ISO 9241-11

Titel: Teil 11: Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit - Leitsätze

Gebrauchstauglichkeit ist das Ausmaß, in dem ein Produkt von bestimmten Benutzern - der anvisierten Zielgruppe - in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.

Die Messung der Gebrauchstauglichkeit geschieht in Form von Benutzungseffizienz und Zufriedenstellung: Grad der Erreichung angestrebter Ziele, den Aufwand hierfür sowie den Grad der Zufriedenstellung mit der Nutzung des Produkts.
Die Gebrauchstauglichkeit hängt somit vom Nutzungskontext ab.

Der Nutzungskontext wiederum hängt ab von den:

  • Benutzern
  • Arbeitsaufgaben
  • Arbeitsmitteln (Hardware, Software, Materialien)
  • der physischen und sozialen Umgebung

Alles zusammen bildet das Arbeitssystem. Gemessen wird somit das gesamte Arbeitssystem für ein Produkt.
Bei Analysen sollte jedoch immer nur eine Variable gemessen werden, während man die anderen konstant hält.
Einflüsse haben ferner Übungsgrad der Benutzer und Verbesserung der Beleuchtung.

Hier unterscheidet sich die DIN von meinem Ansatz der Zielgruppe: Man kann im Internet die (Arbeits-) Bedingungen der Zielgruppe nicht ändern. - Keine Firma wird es sich z.B. leisten wollen, weltweit alle potentiellen Nutzer mit einem Großbildschirm auszustatten, nur damit die großformatigen Fotos auf dem eigenen Auftritt betrachtet werden können.
Es bleibt somit nur die Gestaltung der eigenen Internet-Auftritte als beeinflussbare Variable.

Der Unterschied der zwei Ansätze lässt sich kurz zusammenfassen:

  • DIN: Nutzungskontext = primär eine Aufgabenorientierung
  • Ich: Zielgruppe = primär eine Personenorientierung

DIN EN ISO 9241-12

Titel: Teil 12: Informationsdarstellung

Charakteristische Eigenschaften dargestellter Information:

  • Klarheit
    Der Informationsinhalt wird schnell und genau vermittelt.
    Z.B.: Bei der Beschreibung von Einzelteilen eines Ganzen (z.B. Automotor) werden unterschiedliche Farben verwendet.
  • Unterscheidbarkeit
    Die angezeigte Information kann genau unterschieden werden.
    Z.B.: Stimme von Hintergrundmusik und anderen Geräuschen unterscheidbar sowie laut und klar.
  • Kompaktheit
    Den Benutzern wird nur jene Information gegeben, die für das Erledigen der Aufgabe notwendig ist.
    Z.B.: Eine Information/Erläuterung zu einem Fehler wird auf die wesentlichen Bestandteile beschränkt.
  • Konsistenz
    Gleiche Information wird innerhalb der Anwendung entsprechend den Erwartungen des Benutzers stets auf die gleiche Art dargestellt.
    Z.B.: Steuerungselemente (Links, Schalter) sind überall gleich gestaltet.
  • Erkennbarkeit
    Die Aufmerksamkeit des Benutzers wird zur benötigten Information gelenkt.
    Z.B.: Hoher Kontrast zwischen dem Hintergrund und der Navigation sowie der Information erleichtern die Wahrnehmung.
  • Lesbarkeit
    Die Information ist leicht zu lesen.
    Z.B.: Ein Animiertes Text-Laufband läuft in langsamer Geschwindigkeit und ruckelfrei.
  • Verständlichkeit
    Die Bedeutung ist leicht verständlich, eindeutig, interpretierbar und erkennbar.
    Z.B.: Ein dreidimensionales Objekt wird auch aus verschiedenen Blickwinkeln gezeigt, damit man sich die räumliche Vorstellung bilden kann.

Quelle: Die Kurz-Definitionen stammen aus DIN EN ISO 9241-12, 1998, S.7.

Meines Erachtens stellen diese 7Punkte zusammen mit den 7unter 9241-10 die Kernaussagen der Ergonomie im Internet dar. Mit ihnen und gründlichem Nachdenken über das konkrete Projekt kann man im Grunde jedes ergonomische Problem korrekt lösen.

Ein Styleguide ist die konkrete Anwendung dieses Teils 12 des Normenbündels. Wenn für ein Internet-Auftritt kein Styleguide existiert, steht zu befürchten, dass man sich nicht konsequent an alle Punkte gehalten hat.
Ein Styleguide ist die spezifische Umsetzung einer allgemeinen Norm (oder mehrerer Normen) für ein Projekt, Betriebssystem oder Internet-Auftritt.

Wie viel Text / wie viele Bilder dürfen auf eine Seite?

Zu dieser Frage liefert die Norm einen konkreten Wert:

Bei zeichenorientierten Systemen ging man von 40% Textfüllung einer Seite als oberem Grenzwert aus. Bei grafischen Oberflächen können Linien, Schaltflächen, Symbole etc. beim Betrachter subjektiv sogar einen wesentlich höheren Füllungsgrad hervorrufen, als sie tatsächlich einnehmen.

Dies bedeutet, dass mindestens die Hälfte Ihrer Internet-Seite aus Leerraum bestehen sollte!
Konkret heißt dies: Lassen Sie überall ausreichend Ränder und benutzen Sie sichtbare Zeilen- und Absatzende-Abstände.

Wichtige Beispiele

Die Norm 9241-12 liefert wichtige Beispiele für die praktische Anwendung:

  • Die ideale Gruppengröße liegt bei 5 Grad Sehwinkel und umfasst 5-6 Zeilen bei 10-12 Zeichen, da dies ideal für schnelles Suchen ist.
  • Die Listenordnung sollte primär logisch, falls nicht möglich natürlich und sonst alphabetisch sein.
  • Tabellen sollten in der linken Spalte das Wichtigste enthalten.
    Tabellenüberschriften sollten beim Scrollen wiederholt werden.
    Leerzeilen sollten zur Orientierung nach ca. 5Zeilen eingefügt werden.
  • Abkürzungen sollten nur mit mnemonischen Kodes (UN für United Nations) verwendet werden, und auch nur, wenn sie leicht merkbar und nicht mehr als 6 Zeichen lang sind.
  • Alle Bildschirmelemente / Icons sollten beschriftet sein (Title und Alt)
  • Farbe sollte nur als zusätzliches Mittel der Kodierung verwendet werden (Farbblindheit einiger Nutzer).
    D.h. konkret für Links: fett/unterstrichen und Farbig.
  • Anzahl: Maximal 6 Farben sowie Schwarz und Weiß verwenden
  • Keinen blinkenden Text verwenden, wenn der Inhalt des Textes wichtig ist.

DIN EN ISO 9241-13

Titel: Benutzerführung bei Software-Benutzungsschnittstellen

Das Deutsche Wort "Benutzerführung" wirkt nicht nur abschreckend, sondern auch irreführend.
Im Englischen Original heißt es "guidance" - Hilfe, Anleitung.
Ein guide ist jemand, der als Pfadfinder wirkt, einem Hinweise und Anhaltspunkte zur Lösung von Problemen liefert, Antworten auf Fragen gibt oder sogar einen kompletten Leitfaden anbietet.

Benutzerführung wird definiert als Zusätzliche Information zum regulären Benutzer-Computer-Dialog. D.h.: Auf Anfrage oder automatisch werden Statusinformationen, Rückmeldungen, Hilfen zur Verfügung gestellt.

Beispiel:

Bewegen Sie Ihre Maus über diesen Pseudo-Link
und warten Sie kurze Zeit.
Im erscheinenden Fenster erhalten Sie eine Rückmeldung.
Etwas Ähnliches finden Sie in Ihrer Statuszeile - der 2. von unten auf Ihrem Monitor bzw. in der untersten in Ihrem Browser - links

Erzeugt wird es mit <a href="####" title="Dieser Link führt nirgendwohin - Bitte nicht klicken" onmouseover="window.status=‘Das hier ist eine Rückmeldung‘;return true">

Etwas Vergleichbares erhalten Sie in meinem Kontaktformular, falls Ihnen Fehler bei der Eingabe unterlaufen.

Hilfen gestalten

Hierzu unterbreitet die Teilnorm 13 konkrete Vorschläge:

  • Formulierungen mit dem Ergebnis zuerst erstellen: "Zum Absenden die Absenden-Taste drücken"
  • Grammatisch einheitlich formulieren: entweder immer Verben oder immer Nomen verwenden
  • Kurzen und einfachen Text verwenden
  • Spezifische Informationen im Aufgabenkontext liefern, keine allgemeinen Erklärungen anbieten
  • Positive Form verwenden: was ist zu tun - nicht: was ist zu unterlassen
  • Das Aktiv verwenden (kein Passiv)
  • Sachliche Antworten ohne Humor, Emotionen oder Beleidigungen liefern
  • Eingaben (z.B. in Kontakt- oder Kaufformularen) sollte man modifizieren können: Eingaben sollte man löschen oder verändern können, bevor man sie endgültig absendet.
  • EN ISO 9241-14 fordert zusätzlich: Bei schwerwiegenden Aktionen (Kaufformularen) sollten die Auswahl des Befehls und das Ausführen in zwei Aktionen getrennt sein.

DIN EN ISO 9241-14 bis 17

Die vier folgenden Teilnormen enthalten wichtige Details zu Dialogtechniken für die unterschiedliche Dialogführung.

DIN EN ISO 9241-14

Titel: Teil 14: Dialogführung mittels Menüs

Hierbei werden Pull-down- und Pop-up-Menüs sowie die Anordnung von Menüoptionen und -gruppen behandelt.
Allerdings eignen sich die Angaben auch für ständig sichtbaren Navigationen auf Internet-Seiten.

Falls die Anzahl der Optionen für ein einziges Menüfeld zu hoch ist (5-6), sind Menüstrukturen erforderlich. Die Strukturierung / Gruppierung kann nach folgenden Kriterien erfolgen:

  • Konventionelle Kategorien / allgemein verbreitete Kategorisierung, welche die Zielgruppe so erwartet
  • Logische Kategorien (z.B. 1. Objekte und 2. Aktionen).
    Ziel hierbei sollte sein, die Zahl der Ebenen zu minimieren und die Optionszahl je Ebene zu maximieren.
  • Alphabetisch, numerisch
  • 4-8 Optionen je Ebene
  • Funktionale oder logische Ordnung der Optionen einer Ebene
  • Bei willkürlicher Sortierung: Anzahl der Gruppen g = Quadratwurzel von n (Zahl der Elemente).
    Diese pauschale Aussage halte ich allerdings für kritisch für größere Internet-Auftritte. Bei 10.000 Seiten wäre die Wurzel 100 - eine nicht mehr überschaubare Anzahl an Links in einer Navigation. Hier bieten sich dann Unternavigationen / Unterebenen an.
  • Meistgebrauchte Elemente zuerst auflisten / nach der Häufigkeit der Benutzung
  • Reihenfolge der Benutzung: z.B. bei einem Bestell-/Kaufvorgang

Für die Benennung der Navigationspunkte werden folgende Empfehlungen gegeben:

  • Schlüsselworte verwenden, die kurz, unverwechselbar, selbsterklärend sind
  • Schlüsselwörter an den Anfang der Zeile / Option stellen
  • Anschauliche Wörter / spezifische Wörter verwenden (z.B. Index statt Information)
  • Aktionen mit Verben benennen (Suchen, Absenden)
  • Objekte mit einem Nomen / Substantiv benennen (Produkte)
  • Aktionen zusammen mit Objekten: Verben mit Nomen benennen (Kaufe Produkt)
  • Menüs mit sinnvollen (Rubriken-) Überschriften versehen
  • Untermenüs durch farbliche Kodierung als zum Obermenü gehörend kennzeichnen oder räumlich eng zuordnen (siehe hierzu z.B. meine Navigation oben rechts)

Details für die Navigation:

  • Knoten anbieten: Aus einer hierarchisch tiefen Struktur sollen andere Ebenen ohne Rücksprung mit der Back-Taste im Browser erreichbar sein.
  • Feedback bei Menüauswahl anbieten: z.B. durch Hervorhebung (z.B. Fett oder Farbe, hier: fett und rot), Markierungsbalken, veränderte Helligkeit oder Farbe, Häkchen (oder anderes Grafiksymbol) neben der Auswahl.
  • Gleicher Zeilenabstand bei einfachen Menüoptionen.
  • Unterschiedliche Zeilenabstände zur logischen Gruppierung und Hervorhebung einsetzen.
    Die Norm empfiehlt nur exakt mehrfache Abstände des üblichen Zeilenabstandes. Dies halte ich nicht für so entscheidend. Es sollten jedoch sichtbare Unterschiede bei den Abständen der Gruppierung erkennbar sein und dann überall gleich angewendet werden.
  • Nicht mehr als 4 Farben in einem Menü zur Kodierung innerhalb einer Gruppe verwenden.
  • Piktogramme: gruppieren und jedes vom anderen gut unterscheidbar gestalten.

Abgesehen von den grafischen Piktogrammen, die ich als Pfeile nur bei wenigen Links gezielt einsetze, finden Sie alle anderen Elemente in meiner Navigation rechts oben umgesetzt.

DIN EN ISO 9241-15

Titel: Teil 15: Dialogführung mittels Kommandosprachen.

Zwar zielt diese Norm eher auf zeilenorientierte Betriebssysteme wie Unix und Kommandosprachen wie z.B. Perl, aber man kann aus den Details dennoch auch für die eigene Navigationsbezeichnung lernen.

Befehlsworte:

  • Keinen emotionalen Inhalt verwenden: Z.B. löschen statt eliminieren
  • Unterscheidbare Bedeutung benutzen: Z.B. einfügen und löschen statt hinzufügen und wegnehmen
  • Spezifische Bedeutung einsetzen: Z.B. bei Textveränderungen durch Buchstaben-/Wortaustausch ersetzen statt ändern
  • Kongruente Befehlspaare verwenden: Z.B. lesen/schreiben, öffnen/schließen, ja/nein
  • Keine unnötigen Vor- und Nachsilben verwenden: Z.B. löschen statt auslöschen
  • Visuelle und akustische Ähnlichkeiten bei Befehlswörtern vermeiden: Z.B. auffüllen - entleeren statt beladen - entladen

DIN EN ISO 9241-16

Titel: Teil 16: Dialogführung mittels direkter Manipulation.

Diese Teilnorm betrifft das Bedienen vergleichbarer Objekte aus der realen Welt. Hierzu verwendet man Metaphern (bildliche Übertragungen): Arbeitsobjekte aus dem realen Alltag, vertraute Konzepte kann man verwenden - dort, wo sie sinnvoll sind.
Allerdings darf man Metaphern nicht überstrapazieren: Ein Buch, in dem man durch langwieriges Blättern zum nächsten Kapitel gelangt, ist als Metapher unsinnig, wenn man im PC dorthin springen kann.

Hinweise:

  • Objekte der Arbeitswelt sind verwendbar: Bleistift und Papier.
  • Sie werden umgesetzt in Objekte der Benutzerschnittstelle: Schieberegler (Bedienelement).
  • Direkte Manipulation: z.B. durch Mauszeiger verschieben.
  • Attribute sollen änderbar sein: z.B. Farbe.
  • Bildschirmsymbol, Icon, Piktogramm können ein Objekt, eine Aktion oder Funktion darstellen.
  • Bei einer Metapher muss das Symbol selbst und dieses auch von der Größe gesehen klar erkennbar sein.
  • Eine ausreichende Größe der Metapher zum Ansteuern mit der Maus ist sicherstellen.
  • Veränderbare Objekte sollen von nicht veränderbaren deutlich unterscheidbar sein.

Als einfaches und bei mir verwendetes Beispiel dient der Pfeil. Das Springen mit einem Hyperlink kann z.B. durch einen Pfeil symbolisiert werden: Pfeil nach oben: Zum Seitenanfang; Pfeil nach rechts: weiter (zum nächsten Thema).

DIN EN ISO 9241-17

Titel: Teil 17: Dialogführung mittels Bildschirmformularen.

Diese Teilnorm umfasst alle Eintragungen oder Auswahlmöglichkeiten, die ein Benutzer macht.

Empfehlungen:

  • Überschriften zu Formularen erstellen
  • Visuelle Kodierung: Voreingegebenen / übernommenen Text aus einem Vorformular anders kennzeichnen / darstellen (Dies funktioniert in vielen Internet-Browsern oft nicht).
  • Formulare nicht überfüllen: Keine zu hohe Dichte der Texte und Elemente in Formularen.
  • Evtl. Pflichtfelder an den Anfang stellen und optionale Felder darunter positionieren.
  • Unterscheidung der Pflichtfelder von den optionalen Feldern.
  • Aussagekräftige Feldbeschriftung in normaler Groß-Kleinschreibeweise.
  • Nur-Lese-Felder klar erkenn- und unterscheidbar von Eingabefeldern.
  • Eingabehinweise bei Sonderformaten geben (z.B. Datum: TT.MM.JJJJ).
  • Den Texteingabebereich so groß wählen, dass in den meisten Fällen kein Scrollen erforderlich ist.
  • Auswahllisten sollten logisch gegliedert sein: z.B. nach Datum (z.B. Konzerttermine).
  • Wenn häufig Daten von einer Vorlage abgetippt werden, beim Layout der Maske die Papiervorlage berücksichtigen.
  • Konstante Feldlängen verwenden.
  • Ähnlich lange Beschriftungen der Eingabefelder benutzen.
  • Symbole und (Maß-) Einheiten ggf. extra angeben.
  • Voreingestellte Werte oder Auswahl anbieten.

Weitere Details für Formulare, die auch in anderen Teilnormen bereits stehen:

  • Eine Korrekturmöglichkeit vor der endgültigen Verarbeitung anbieten.
  • Vor der Verarbeitung alle Feldinhalte prüfen.
  • Bestätigung der korrekten Verarbeitung anzeigen.
  • Sprung auf fehlerhaftes Eingabefeld bei Formularen.
    Vorsicht: Das ist nur zielführend, wenn dann noch alles andere Wichtige sichtbar ist. Browser haben leider die Angewohnheit, beim Springen den Inhalt der Seite zu verschieben. Aus diesem Grund habe ich z.B. auf diese Funktion bei meinem Kontaktformular verzichtet. Sonst wären die wichtigen Fehlermeldungen am Anfang der Seite nicht mehr sichtbar.
  • Regeln für sich beeinflussende Felder / wechselseitige Feldbeziehungen aufstellen. So ist es z.B. nur bei Jugendlichen sinnvoll, auch das Feld Erziehungsberechtigter ausfüllen zu lassen.
  • Begrenzte Anzahl / Auswahl an Eingabemöglichkeiten anbieten.

ISO IEC 9126 / DIN 66272 - Informationstechnik - Bewerten von Softwareprodukten Qualitätsmerkmale und Leitfaden zu Ihrer Verwendung

IEC = International Electrotechnical Commission

Zielgruppe: Da diese Norm für Entscheider / Manager gedacht ist, bietet sie eine Übersicht, ganzheitliche Sicht und Zielkonflikte (Zeit, Kosten, Qualität), sowie ein Modell eines Bewertungsprozesses.

Die ISO IEC 9126 ist in vier Teile unterteilt, die man in der deutschen Norm zusammengefasst hat:

  • ISO/IEC 9126-1: Software-Engineering - Qualität von Software-Produkten - Teil 1: Qualitätsmodell
  • ISO/IEC 9126-2: Software engineering - Product quality - Part 2: External metrics
  • ISO/IEC 9126-3: Software engineering - Product quality - Part 3: Internal metrics
  • ISO/IEC 9126-4: Software-Engineering - Produktqualität - Teil 4: Qualität in der Gebrauchmetrologie

Diese zwei identischen Normen legen 6 Merkmale für die Qualität von Software fest:

  1. Funktionalität - was macht die Software?
  2. Zuverlässigkeit - Ein definiertes Leistungsniveau unter einem festgelegten Zeitraum bewahren (z.B. Klick auf Symbol funktioniert auch nach Stunden noch mit dem identischen Ergebnis). Dies ist für aufgabenkritische Systeme wichtig.
  3. Benutzbarkeit - Aufwand, der zur Benutzung erforderlich ist. Hängt von Benutzern, Aufgaben und Umgebung ab. Auf alle Anwendungsumgebungen bezogen. Dies ist nicht identisch mit Ergonomie (Effizienz, Effektivität als besondere Bestandteile). Das ist für Dialogsysteme wichtig.
  4. Effizienz - Leistungsniveau und Aufwand zur Erstellung der Software. Dies ist für zeitkritische Systeme wichtig.
    Effizienz für Endanwender: Antwortzeiten, für Entwickler: Pfadlänge-, Zugriffs-, Wartezeiten
  5. Änderbarkeit - Aufwand zur Weiterentwicklung / Anpassung. Ist nicht identisch mit Wartung: Aufrechterhaltung des Soll-Zustandes.
  6. Übertragbarkeit - Eignung, in anderen Umgebungen lauffähig zu sein.

DIN EN ISO 13407

Titel: Benutzerorientierte Gestaltung interaktiver Systeme.

Zielgruppe: Projektmanager

Nutzungskontext: Benutzer, Arbeitsaufgaben, Arbeitsmittel (Hardware, Software und Materialien) sowie die physische und soziale Umgebung, in der das Produkt genutzt wird.

"Interaktive Systeme benutzerorientierter zu gestalten, hat bedeutende wirtschaftliche und soziale Vorteile."

ISO 13407 - Gestaltung interaktiver Systeme, 1999, 4., S.3.

Die Norm für alle Internet-Projekte empfiehlt unter Punkt 5.2 die Aktive Beteiligung der Benutzer und ein klares Verständnis von Benutzer- und Aufgabenanforderungen. Hierzu ist ein Ergonomie-Fachmann erforderlich.

DIN EN ISO 14915

Titel: Software-Ergonomie für Multimedia-Schnittstellen.

Dieses Normenbündel umfasst derzeit 3 Teilnormen.

Die meisten Inhalte beziehen sich jedoch - wie der Titel andeutet - auf Multimedia-Elemente und nicht direkt auf Web-Inhalte. Gemeint sind damit z.B. die mittels Metaphern übertragenen Schaltelemente von Ketten- und Video-Recordern auf ähnlich arbeitende Software.

DIN EN ISO 14915-1

Titel: Teil 1: Gestaltungsgrundsätze und Rahmenbedingungen

Auf die zu beachtenden Rahmenbedingungen, wie Physiologie der menschlichen Sinne, Wahrnehmung und Motivation, Kognition (Wahrnehmen und Erkennen), Menschliche Kommunikation, Exploration (ausprobieren, erkunden), Benutzungsmotivation, Vorlieben für bestimmte Medien, sowie die Problemfelder, z.B. Potentziel starke Wahrnehmungsbelastung / Wahrnehmungsüberlastung, strukturelle und semantische Komplexität, umfangreiches Informationsangebot, gehe ich in anderen Artikeln in dieser Rubrik ausführlich ein.

Zwar behandelt die Norm und konkretisiert eher Details aus den Teilnormen 9241-10 und -12, aber es finden sich auch einige allgemein verwendbare Hinweise:

  • Für das Erlernen wichtiger Details sind statische Elemente ergonomischer, da vor allem zu hohe Geschwindigkeit bei dynamischen Medien schnell zur Überlastung der Nutzer führt.
  • Man sollte jederzeitige Benutzerorientierung ermöglichen: Wo bin ich, wo war ich, wohin kann ich gehen.
    Dies gelingt z.B. mittels einer anderen Farbgebung für visited Links.
  • Die aktuelle Position in der Navigation muss hervorgehoben sein.
  • Man sollte alternative Navigationsmöglichkeiten, wie z.B. Inhaltsverzeichnis, Suchmaschine, Index anbieten.
  • Eine eingerückte hierarchische Navigation verwenden
  • Unterschiedliche Medien-Perspektiven anbieten:
    Z.B. Foto und Schaubild (eines Blutkreislaufs)
  • Die Benutzungsmotivation steigern durch interessanten Text, Interaktion und ästhetische Gestaltung des Auftrittes.
  • Inhaltsgestaltung: semantischen Informationsgehalt beachten
    • Kommunikationsziel analysieren und beachten
    • Logische (Unter-) Gliederung verwenden
  • Interaktionsgestaltung optimieren
    • Navigationsstruktur zielgruppengerecht gestalten
    • Navigationshilfen für Anfänger und Fortgeschrittene anbieten
  • Mediengestaltung planen
    • Auswahl einzelner Medien
    • Kombination verschiedener Medien

DIN EN ISO 14915-2

Titel: Teil 2: Multimedia-Navigation und Steuerung

Auch dieser Titel verspricht mehr, als er in Hinblick auf die Internet-Gestaltung konkret zu halten vermag.

Empfohlene Navigationsstrukturen:

  • Aufgabenbezogene
  • Nutzungsbezogene
    • Wichtigkeitsbezogene
    • Nutzungshäufig­keits­bezogene
    • Nutzungsreihen­folge­bezogene
    • Übliche, traditionelle
  • Zeitlich geordnete
    • Zeitfolgenbezogene
    • Verlaufsbezogene
  • Informationsmodellbezogene
    • Nach logischen Gruppen
    • Alphabetische Reihenfolge
    • Allgemeine Granularitätsstruktur: meist vom Allgemeinen zum Speziellen

Letztendlich entscheidet bei dieser großen Auswahl an möglichen Navigationsstrukturen der genau zu untersuchende Einzelfall. Teilweise finden sich auch je nach Hierarchieebene unterschiedliche Modelle: So kann ein E-Shop auf der Ebene der Produkte eine Nutzungshäufigkeitsbezogene und bei der Abwicklung der Kauforder eine Verlaufsbezogene Navigation sinnvoll kombinieren.

3 Navigationsarten:

  1. Standardfall: Navigation zwischen unterschiedlichen Seiten
  2. Interne Navigation: Navigation zu verschiedenen Inhaltsblöcken auf derselben Seite.
    Meist findet sich hierbei eine Art Inhaltsverzeichnis (aus Links) am Seitenanfang.
    Hierzu gehört auch die auf längeren Seiten am Seitenende auffindbaren Links "Zum Seitenanfang".
  3. Sondernavigation: Wenn sich Medienobjekte (z.B. zusammengehörende Bilder) auf mehreren Seiten befinden, soll sich ein Benutzer leicht zum nächsten oder zurückliegenden Thema bewegen können (z.B. in einem Fotoalbum).

Logisch abstrakt lassen sich die Navigationsstrukturen auch so unterteilen:

  • Lineare Strukturen: zeitlich, räumlich einsetzbar
  • Baumstrukturen: bes. bei hierarchischen oder logischen Einheiten verwendbar
  • Netzwerkstrukturen: Jede Seite kann potentiell mit jeder anderen verknüpft sein.
    Hier sind spezielle Navigationselemente erforderlich, da man den Einstiegspunkt des Nutzers nicht vorhersagen kann. Technisch lässt sich dies z.B. mit der JavaScript-Funktion history:back zum Zurück-Navigieren lösen.

Gleichgültig welche Struktur man auswählt, der Ausgangspunkt der Struktur sollte immer angezeigt werden ("Start", "Startseite").

Steuerungselemente:

  • Unterscheidbare Steuerungselemente verwenden
    • Visuell eindeutig
    • Beschriftet
  • Auf verborgene Steuerungselemente hinweisen
  • Einheitliche Steuerungselemente (z.B. Links) verwenden

Verknüpfungen:

  • Temporäre Verknüpfungen anders kennzeichnen (z.B. als Hinweise; bei mir im Kontaktformular bei Fehlern die roten Fragezeichen ?)
  • Berechnete Verknüpfungen (z.B. bei Suchmaschinen oder im E-Shop) anders darstellen als feste Verknüpfungen
  • Zusätzliche Informationen über Verknüpfungen (Title bei Links, sinnvolle Linknamen, evtl. onmouseover) liefern
  • Ziel der Verknüpfung angeben (z.B. externe Links), aufgrund der Probleme bei der Rückkehr
  • Medientyp im Link angeben
  • Ladedauer angeben
  • Verknüpfungsverlauf darstellen: visited Links in anderer Auszeichnung verwenden

DIN EN ISO 14915-3

Titel: Teil 3: Auswahl und Kombination von Medien

Auch dieser Titel verspricht mehr, als er in Hinblick auf die Internet-Gestaltung konkret zu halten vermag.

Das Ziel dieser Teilnorm ist: Informationsarten (darstellungsneutrale Anforderung an die Anwendung) auf geeignete Medienarten (Präsentation des Inhaltes) abzubilden.
Hierzu werden mehrere umfangreiche Tabellen und Schaubilder angeboten, die (m.E. vor allem einem Projektleiter) die gezielte Auswahl der Medien erleichtern.

Allgemeine Hinweise:

  • Vor allem bei der Kombination mehrere Medien muss man sicherstellen, dass der Benutzer die Zeichen versteht.
  • Semantische Widersprüche sollte man vermeiden, vor allem wenn man verschiedene Medien kombiniert.
    Z.B.: "Drücken Sie den weißen Knopf"; aber es ist nur ein roter abgebildet.
  • Einfachheit: Die kleinste Anzahl an unterschiedlichen Medien benutzen, die ausreicht, um die Information erfolgreich zu übermitteln.
  • Schutz vor Qualitätsminderungen: Dies ist bes. im Internet aufgrund der Ladezeiten bei Fotos, Filmen, Audio nötig.
    Warnhinweis an den Benutzer geben.
  • Die Medienauswahl sollte - vor allem bei unterschiedlicher Qualität - dem Benutzer erlaubt werden.
    Z.B. Wahl zwischen HTML und Flash.
  • Für wichtige Informationen sollte man statische Medien - Text und Foto - verwenden.

Empfehlungen für die Medienauswahl

Für folgende Informationen kann man die hinter dem Doppelpunkt angegebenen Medien benutzen:

  • Physische Informationen: unbewegte und bewegte Bilder
  • Begriffliche Informationen: Text, Sprache, nichtrealistische Bildmedien (Diagramme)
  • Beschreibende Informationen: Text, Sprache, realistische Bildmedien
  • Räumliche Informationen: realistisches oder nichtrealistisches unbewegtes Bild (Schaubild)
  • Wertinformationen: numerische Werte und quantitative Informationen: sprachbasiertes Medium, numerischer Text, Tabellen
  • Verhältnisinformationen: nichtrealistisches Bild (Diagramm, Schaubild)
  • Diskrete Aktionen: realistische unbewegte Bilder
  • Andauernde Aktion: bewegte Bilder (Video), nichtrealistische Animation
  • Ereignisinformationen: Audio (Warnungen)
  • Zustandsinformationen: unbewegte Bilder, sprachbasierte Medien
  • Kausale Informationen: unbewegte oder bewegte Bilder
  • Verfahrensorientierte Informationen: Bildreihen mit Textunterschriften

Ergebnisse der Erkenntnispsychologie zu Bildern:

  • Bilder werden in Sakkaden, schnellen Sprüngen, abgetastet.
  • Das Erkennen von Details in Bildern hängt auch vom Vorwissen der Benutzer ab.
  • Bei Bewegtbildern werden Informationen nur auf hoher Ebene (Kernpunkte) aufgenommen, keine Details.
  • Das Verstehen von Bildern läuft über das Gedächtnis. Bei realistischen Bildern ist dies schnell möglich, bei nichtrealistischen ist mehr Zeit erforderlich.
  • Sprache und Text konkurrieren um dieselben Gehirnleistungen / Erkenntnisressourcen (Sprachverständnis).

DIN ISO IEC 12119

Titel: Informationstechnik - Software-Erzeugnisse - Qualitätsanforderungen und Prüfbestimmungen

Diese Norm hat weniger mit dem WWW zu tun, als eher mit reinen Softwareprodukten (wie z.B. Word. Die damit anvisierte Zielgruppe sind auch eher Prüflaboratorien, die derartige Software zertifizieren.

ISO IEC TS 16071

Titel: Ergonomie der Mensch-System-Interaktion - Leitlinien zur Barrierefreiheit von Mensch-Computer-Schnittstellen.

IEC = International Electrotechnical Commission
TS = Technical Specification

Ausgehend von der Feststellung, dass Accessibility und Usability inhaltlich eng miteinander verbunden, ja verwand sind, besteht die Zielgruppe dieser Norm aus Menschen / Benutzern mit Behinderungen.
Behinderungen werden hier weit gefasst: Wenn man z.B. beide Hände für andere Arbeiten benötigt, ist man bereits beim Bedienen einer weiteren Maschine behindert. Oder, wenn man z.B. kurzzeitig den Arm in einem Gipsverband hat.
Aber in der Definition geht es um capabilities - also Fähigkeiten mit einer großen Spannweite.Der Schwerpunkt liegt folglich bei assistive technologies: alles was einem Behinderten hilft.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Impairment - Beeinträchtigung und Behinderung - disability

Betroffene, Beeinträchtigungen, Behinderungen:

  • Blinde
  • Sehbehinderte
  • Taube
  • Gehörgeschädigte
  • Physische Beeinträchtigungen (der Motorik) - weites Spektrum
  • Geistige (kognitive) Beeinträchtigungen
    Personen der Untergruppe der Legastheniker haben z.B. Probleme mit komplexer Sprache. Aber auch normale Menschen profitieren von einfacher Sprache.
  • Altersbedingte Beeinträchtigungen
  • Zeitlich befristete Behinderungen
  • Mehrfachbehinderungen
  • Behindernde Umgebungsfaktoren: Lärm, Büro/Bibliothek (Zwang zur Stille), Taxi, Bahn, Flugzeug etc.

Richtlinien:

  • So viele Ein-Ausgabe-Varianten erlauben, wie möglich.
    Z.B. Text, Sprache, Braille, Tastatur, Maus etc.
  • Individualisierung ermöglichen.
    Z.B. bei Vergrößerung, Schriftgröße etc.
  • Zeitdruck bei Aufgaben vermeiden, oder Zeitlimits vom Nutzer einstellen lassen.
  • Beschriftung aller Nicht-Text-Objekte.
    Entweder als Text in der Nähe oder mit ALT und Title.
    Besteht das Bild aus mehreren Elementen, so soll erst ein Gruppenname vergeben werden, gefolgt von den Einzelelementen.
    Z.B. "Baustelle: Kran, Bagger, Kiesberg etc."
  • Gewählte Aktivierungen ständig vorhalten.
    D.h. kein JavaScript in der Navigationsauswahl (ausklappende Navigation, Drop-down- oder Pull-up-Navigation), das beim Bewegen der Maus wieder verschwindet.
  • Keine Blinkfrequenzen mit Text zwischen 10 und 25 Hz.
    Menschen mit photosensitiver Epilepsie können einen Anfall erleiden, der durch Flackern oder Aufblitzen im Bereich von 4 bis 59 Hertz (höchste Empfindlichkeit bei 20 Hertz) oder durch schnelle Wechsel von Dunkel nach Hell ausgelöst wird.
  • Korrekturmöglichkeiten erlauben (undo, Rücksprung).
  • Ereignis-Rückmeldung (auch beim Darüberhinwegbewegen des Mauszeigers über Links).
  • Benachrichtigungen / Rückmeldungen an den Benutzer konsistent anzeigen.
  • Relevante Informationen immer als Text und nicht (nur) als Bilder oder Grafik anzeigen.
  • Weiterführung: Alle Informationen in Bildern und Grafiken sollten zusätzlich als Text geliefert werden.
    D.h. Wenn man überhaupt Grafiken oder Bilder einsetzt, sollten alle dort vorhandenen Informationen nochmals in Textform vorliegen.
  • Fonts / Schrift vom Nutzer in der Größe einstellen lassen.
  • Das Layout sollte sich der individuell gewählten und evtl. breiteren Schrift anpassen.
    Machen Sie gleich einmal den Test: Gehen Sie in Ihren Browser und stellen Sie die Textgröße größer ein:
    Internet-Explorer 6: Ansicht, Schriftgrad, Größer
    Internet-Explorer 7: Seite, Textgröße, Größer
    Firefox: Ansicht, Schriftgrad, vergrößern
    Opera: + drücken (10% Vergrößerung je +)
    Mein Layout (einschließlich Navigation) ist so gestaltet, dass es sich erheblichen Veränderungen anpasst.
  • Text als Text und nicht als Grafik verwenden.
    Z.B. keine Reihe von xxxxxx als Trennlinie zur Abgrenzung einsetzen.
  • Farben nicht als einzigen Informationsträger verwenden.
  • Auf hohen Kontrast der Farben achten.
  • Nicht mit unterschiedlichen Sättigungen als einzigem Informationsträger arbeiten.
    Deshalb verwende ich in der Navigation zusätzlich die hierarchischen Einrückungen.
  • Audio: 500-3000 Hz für Informationen verwenden.
  • Akustische Warnungen: 300-750 Hz
  • Fehlermeldungen sollten sichtbar bleiben, so lange es für die Behebung der Fehler notwendig ist.

ISO IEC TS 16982

Titel: Ergonomie der Mensch-System-Interaktion-Methoden zur Gewährleistung der Gebrauchstauglichkeit, die eine Benutzer-orientierte Gestaltung unterstützen.

IEC = International Electrotechnical CommissionTS = Technical Specification

Diese Norm liefert einen Überblick über Ergonomiemethoden. Die benutzerorientierte Gestaltung aus ISO 13407 wird hier konkret mit Methoden für Projektleiter / Projektmanager untermauert.

Zielgruppe: Spezialisten.
Seite 1 legt klar fest, dass sich diese Methoden nur von Spezialisten anwenden lassen. Es wird davor gewarnt, dass unerfahrene Personen diese Methoden benutzen.
Most methods require the involvement of human-factors specialists. It may be inappropriate for them to be used by individuals without adequate skills and knowledge.

Bei einem Intranet bzw. Extranet lassen sich folgende positive Faktoren einer ergonomischen Gestaltung festhalten: höherer Anwenderzufriedenheit und Produktivität, höhere Arbeitsqualität, Reduktion der Kosten beim Support und der Schulung, höhere Benutzergesundheit und Wohlergehen. Diese Anforderungen sind inzwischen aufgrund internationaler Standards und Gesetze von Mitarbeitern einklagbar.

ISO TS 16982 - Ergonomics of human-system interaction - Usability methods supporting human-centred design 4.1, S.2.

Methodologien:

  • Aktivitäts- und Aufgaben-Analysen - zum Gruppieren von Interviews
  • Benutzer-Beobachtung
  • Fragebögen
  • Experimente
  • Walktrough-Entwürfe (etwas durchgehen) und Parallel-Entwürfe zum Gruppieren von Auswertungsmethoden
  • Experten-Gutachten
  • Laien-Befragungen
  • Kreativitätsaspekte

Zu den Methoden, deren Analysemethoden sowie Anwendungsgebieten finden sich fast ein dutzend Tabellen mit Detailangaben.

ISO IEC TS 18035

Titel: Informationstechnik - Bildschirmsymbole und Funktionen zur Kontrolle multimedialer Software-Anwendungen

TS = Technical Specification

Auch wenn hier wieder das Wort Multimedia erscheint, hält die Norm weniger für die Internet-Gestaltung bereit als sie im Titel andeutet.

Die Norm beschreibt grafische Symbole für Funktionen auf Computer-Bildschirmen. Üblicherweise handelt es sich um Elemente, die man sonst auf Kassetten-Recordern etc. findet. In der Folge werden alle Symbole mit Bildern beschrieben und erklärt.
Die Norm bezieht sich auf ISO 14915-2: Navigationen und Bedienelemente.

Hinweise:

  • Zusammengehörende Icons / Multimedia-Elemente sollen in Kästen, Blöcken, Reihen, Spalten, Zeilen etc angeordnet werden.
  • Der Status des Schalters sollte jederzeit sichtbar und erkennbar sein. Überall einheitlich und logisch gestaltet.
  • Das Erscheinungsbild soll einheitlich sein. Dies betrifft die Größe, die Rahmenstärke sowie die Auffälligkeit.
  • Keinen Text in Icons verwenden. Und wenn doch, dann nur in einfacher Schrift.

ISO TS 18036

Titel: Informationstechnik-Bildschirmsymbole und Funktionen für World Wide Web Browser - Symbolleisten.

TS = Technical Specification

Auch wenn hier das Wort World Wide Web auftaucht, hält die Norm weniger für die Internet-Gestaltung bereit, als sie im Titel andeutet. Im Grunde bezieht sie sich nur auf die Icons der sogenannten Toolbar / Werkzeugleiste in der Browser-Software selbst.

Allgemeine Hinweise:

  • Zusammengehörende Icons / Multimedia-Elemente sollen in Kästen, Blöcken, Reihen, Spalten, Zeilen etc. angeordnet werden.
  • Der Status eines Schalters sollte jederzeit sichtbar und erkennbar sowie überall einheitlich und logisch gestaltet sein.
  • Metaphern müssen - im Vergleich zur sonstigen Information auf dem Bildschirm - leicht erkennbar (groß, sichtbar) eingesetzt werden.
  • Das Erscheinungsbild soll einheitlich sein (Größe, Rahmenstärke sowie Auffälligkeit).
  • Keinen Text in Icons, und wenn doch, dann eine einfache Schrift verwenden.

Weitere Normen

  • DIN EN ISO 6385: Grundsätze der Ergonomie für die Gestaltung von Arbeitssystemen.
    Teilweise finden sich in der Literatur für diese Norm auch noch ältere Bezeichnungen:
    Prinzipien der Ergonomie in der Auslegung von Arbeitssystemen (Ergonomie bei der Aufgabengestaltung (am Arbeitsplatz).
    Ergonomie bei der Aufgabengestaltung (am Arbeitsplatz).
    Ergonomische Prinzipien bei der Konzeption von Arbeitssystemen.
  • EN ISO 9000ff: Qualitätsmanagement
    Darin ging u.a. die überall zitierte EN ISO 8402: Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung - Begriffe auf.
  • ISO 9000-3: Qualitätsmanagement- und Qualitätssicherungsnormen - Teil 3: Leitfaden für die Anwendung von ISO 9001:1994 auf Entwicklung, Lieferung, Installierung und Wartung von Computer-Software
  • ISO/IEC 11581-1: Informationstechnik - Benutzerschnittstellen und Symbole - Icons und Funktionen - Teil 1: Icons - Allgemeines
  • ISO/IEC 11581-2: Informationstechnik - Benutzerschnittstellen und Symbole - Icons und Funktionen - Teil 2: Object-icons
  • ISO/IEC 11581-3: Informationstechnik - Benutzerschnittstellen und Symbole - Icons und Funktionen - Teil 3: Zeiger-Icons
  • ISO/IEC 11581-5: Informationstechnik - Benutzerschnittstellen und Symbole - Icons, Symbole und Funktionen - Teil 5: Werkzeug-Icons
  • ISO/IEC 11581-6: Informationstechnik - Informationstechnik - Benutzerschnittstellen und Symbole - Icons und Funktionen - Teil 6: Action Icons
  • ISO/IEC 14598-1: Informationstechnik - Bewertung von Softwareprodukten - Teil 1: Allgemeiner Überblick
  • ISO/IEC 14598-2: Informationstechnik - Bewertung von Softwareprodukten - Teil 2: Planung und Management
  • ISO/IEC 14598-3: Informationstechnik - Bewertung von Softwareprodukten - Teil 3: Bewertungsprozess für Entwickler
  • ISO/IEC 14598-4: Informationstechnik - Bewertung von Softwareprodukten - Teil 4: Prozess für Erwerber
  • ISO/IEC 14598-5: Informationstechnik - Bewertung von Softwareprodukten - Teil 5: Anwendungsrichtlinie für Begutachter
  • ISO/IEC 14598-6: Informationstechnik - Bewertung von Softwareprodukten - Teil 6: Dokumentation der Bewertungsmodule
  • BS CWA 14661: Guidelines to standardisers of ICT products and services in the CEN ICT domain
  • BS CWA 14835: Guidelines for making information accessible through sign language on the web

Literatur: Software-Ergonomie, Empfehlungen für die Programmierung und Auswahl von Software, TB-DIN 354, Beuth-Verlag. Dieses Taschenbuch mit 590 Seiten enthält die wichtigsten Normen zur Software-Ergonomie.

Weiterführende Links

Resümee

Vieles hier Beschriebene ist im Grunde selbstverständlich. Da es dennoch von vielen Gestaltern im Internet missachtet wird, ist es gut, dass es in diesen international gültigen Normen niedergeschrieben steht.

DIN ISO 9241, DIN EN 29241-2, ISO IEC 9126, DIN 66272, DIN EN ISO 13407, 14915, DIN EN ISO 14915, DIN ISO IEC 12119 (4)

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Controlling21.de - Dr. J. Schuhmacher
Internet und Multimedia in Perfektion

FAQs

What is ISO 13407? ›

ISO - ISO 13407:1999 - Human-centred design processes for interactive systems. Applications. OBP.

What is the ISO usability standard 9241? ›

ISO 9241 is a multi-part standard from the International Organization for Standardization (ISO) covering ergonomics of human-computer interaction. It is managed by the ISO Technical Committee 159. It was originally titled Ergonomic requirements for office work with visual display terminals (VDTs).

What are the components of usability according to ISO Standard 9241 11? ›

Usability (see ISO 9241-11) is the extent to which a product can be used by specified users to achieve specified goals with effectiveness, efficiency, and satisfaction in a specified context of use. Effectiveness is fundamental as it is about achieving the intended goal(s).

What is user experience ISO? ›

The term user experience is defined in ISO 9241 – 210. According to this, user experience describes „A person's perceptions and responses that result from the use and/or anticipated use of a product, system or service.”

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Author: Arielle Torp

Last Updated: 01/26/2023

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Name: Arielle Torp

Birthday: 1997-09-20

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Job: Central Technology Officer

Hobby: Taekwondo, Macrame, Foreign language learning, Kite flying, Cooking, Skiing, Computer programming

Introduction: My name is Arielle Torp, I am a comfortable, kind, zealous, lovely, jolly, colorful, adventurous person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.